Am 21. Mai 1999 erfolgte die feierliche Eröffnung
des Duft- und Tastgartens im Botanischen Garten. Der in Österreich einzigartige
Garten wurde besonders für unsere behinderten Besucher gestaltet, bietet
aber auch allen anderen Interessierten die Möglichkeit, die Vielfalt der
Pflanzenwelt mit dem Tast- und Geruchsinn zu erfahren.
Der Duft- und Tastgarten liegt in einer nach Norden aufsteigender Hanglage
im zentralen Bereich des Arboretums zwischen den Araliengruppen im Osten,
Cercidiphyllum im Norden und Magnolien im Westen. Die Südgrenze bildet der
Mittelweg des Arboretums.
Die Pflanzung erfolgte als Mauerkronenabschluss auf den 85 cm hohen Beeten
und der begehbare und rollstuhlbefahrbare Rundweg ist 1,5m breit. Die Pflanzen
können dadurch besser "begriffen" und "berochen" werden.
Zur besseren Orientierung der sehbehinderten Besucher ist ein Handlauf aus
Nierosterstahl montiert. Die Beschilderung der Pflanzen erfolgte nach Absprache
mit dem Tiroler Blindenverband und ist daher in sehbehindertengerechter
normaler Schrift und in der Blindenschrift (Brailleschrift) ausgeführt.
Die Bepflanzung wird eingeteilt in:
1. Blattdufter
2. Blütendufter
3. Interessante Sprosse
4. Früchte
5. Blattformen
1. Blattdufter
Man unterscheidet zwei Gruppen von Duftpflanzen:
a) Blattduftende immergrüne Pflanzen
b) Blattduftende sommergrüne Pflanzen
Generell gruppiert man die Blattdufter in vier Gruppen:
Terpentin - Eucalyptus - Minzen - Schwefelige Düfte
2. Blütendufter
Die wichtigsten Gruppen sind:
Zitronengruppe Tierduftgruppen Verwesungsgeruch
3. Interessante Sprosse
Korkleisten Drehsprosse
4. Früchte
5. Blattformen
Blätter als Nadeln:
weich und duftend
weich
steif
lang und weich
Blätter schuppenförmig und duftend
Blätter sehr klein
Blätter wollig
Blätter gezähnt
Der Duft- und Tastgarten wurde errichtet mit dankenswerter Unterstützung
durch:
Senator Prof. Dr. Dr. h.c. H. Batliner
Ebenseer Betonwerke AG
Fröschl Bau AG
Porr AG Allgemeine Baugesellschaft
Raffl Anlagenbau GmbH.
Thöni Industriebetriebe GmbH.
Würth Hochenburger GmbH.
Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens
© 1999 Josef Stocker |
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