Bibelprogramme
Grundsätzlich ist Accordance das mit Abstand beste und schnellste bibelwissenschaftliche Programm; es gibt allerdings keine Windows-Version; Accordance funktioniert auf dem Mac, in etwas eingeschränkter Funktion kann es auch unter iOs benutzt werden. Eine Rezension von Accordance ist im Leseraum verfügbar. Seit dem Erscheinen der Rezension und der darin geäußerten Kritik an der Deutschen Bibelgesellschaft hat sich allerdings etwas getan: es gibt nun ein auch preislich attraktives Paket mit linguistisch kodierten Originaltexten und deutschen Übersetzungen. Das Paket nennt sich etwas umständlich: "Mac-Studienbibel 2 – Gesamtausgabe".
Bibel für den Mac: Accordance
Im Leseraum findet sich auch eine Rezension verschiedener Bibelprogramme für Windows mit wissenschaftlichem Akzent. Dazu gehören Bibleworks, die Stuttgarter Elektronische Studienbibel (SESB), und Logos 4. Von den dort beschriebenen Programmen sind sowohl Bibleworks wie auch die Stuttgarter Elektronische Studienbibel über die Universität benutzbar. Einführungen zu den Programmen werde auch immer wieder an der Fakultät angeboten. Wenden Sie sich mit Fragen an Frau Dr. M. Stare.
Im Frühjahr 2012 hat die Deutsche Bibelgesellschaft angekündigt, dass die Plattform Libronix, auf der die SESB aufsetzt, nicht weiterentwickelt wird. Alternativ kann Logos 4 benutzt werden, allerdings funktioniert unter Logos 4 die syntaktische WIVU-Datenbank des hebräischen Texts nicht mehr. Ein Update ist zwar in Aussicht gestellt. Doch ist die Deutsche Bibelgesellschaft weder durch Schnelligkeit solcher Updates noch durch transparente Informationspolitik aufgefallen. Momentan ist es also nicht ratsam, in die SESB zu investieren.
Bibel für Windows: Bibleworks
Hinweise zum Zitieren in bibelwissenschaftlichen Arbeiten
Hinweise zum Zitieren in bibelwissenschaftlichen Arbeiten finden sich ein einem Skriptum, das von Dr. Huber und Dr. Repschinski zusammengestellt worden ist. Diese Anleitungen sind für Seminar-, Diplom- und Doktorarbeiten zu benützen. Sie folgen dem an diesem Institut benützten Methodenbuch: Fischer G., Wege in Die Bibel. Leitfaden zur Auslegung, unter Mitarbeit von Repschinski B. und Vonach A., Stuttgart 2000.
Es können auch die Richtlinien der ZkTh benutzt werden.
Hilfreich sind auch Literaturverwaltungsprogramme wie Endnote oder Citavi. Beide Programme sind über die Universität verfügbar. Citavi, das eigentlich bessere Programm, funktioniert leider nur unter Windows. Diese Programme können die Literaturangaben in Ihren Aufsätzen und Artikeln automatisch verwalten und formatieren.
Loccumer Richtlinien
Die biblischen Bücher werden nach den Loccumer Richtlinien zitiert.
Hinweise zu griechischen und hebräischen Systemen
Noch heute sind verschiedene, inzwischen veraltete, Schriftarten für Griechisch und Hebräisch im Umlauf. Dazu gehören die Fonts von Bibleworks oder Graeca oder Silver Mountain Software, oder auch die älteren Fonts der Society of Biblical Literature. Sie haben den Nachteil, dass sie nicht mit dem neueren Standard der Schriftkodierung – Unicode – kompatibel sind. Sie sind auch nicht untereinander kompatibel. Dies macht den Austausch von Dokumenten schwierig. So kann beispielsweise ein Dokument mit den Schriftarten von Bibleworks nur auf einem Computer benutzt werden, auf dem diese Schriftarten tatsächlich installiert sind.
Dieser Zustand wurde durch das Unicode-System behoben. Schriftarten sind nun internationalen Konventionen unterworfen, so dass selbst unterschiedliche Schriftarten immer dieselben Zeichen anzeigen. Gleichzeitig ermöglicht diese Kodierung, erheblich mehr Zeichen in einer Schriftart unterzubringen, so dass eine Schrift wie Alphabetum Deutsch, Griechisch, Hebräisch, Thai, Vietnamesisch und andere Schriftzeichen kombinieren kann.
Unicode funktioniert auf Windows Rechnern ab Windows 2000, auf dem Mac ab OS X.
Für Griechisch und Hebräisch ist daher der Unicode-Standard zu benutzen.
Griechisch und Hebräisch werden nicht mehr über eigene Schriftarten angesteuert, sondern über eigene Tastaturtreiber, die mit Unicode Schriften assoziiert sind. Neben einem deutschen und vielleicht englischen Tastaturtreiber müssen also auch Treiber für Griechisch und Hebräisch installiert werden. Instruktionen für OS X finden sich hier, für Windows 7 hier. Diese Instruktionen beziehen sich auf Griechisch, können aber analog auch für Hebräisch benutzt werden.
Für Griechisch und Hebräisch unter Windows ist das kostenlose Paket der Society of Biblical Literature zu empfehlen. Für Griechisch gibt es ein ähnliches Paket in sehr professioneller Aufmachung von der American Philological Association namens GreekKeys 2008, sowohl für Mac wie für Windows. Dieses Programm ist vom Zentralen Informatikdienst der Universität Innsbruck für Universitätsangehörige kostenlos erhältlich und inkludiert auch eine Reihe von Unicode-Schriftarten, die installiert werden können, aber nicht müssen.
Gesamtpakete mit Tastaturtreibern für Hebräisch und Griechisch sind auch von Tyndale erhältlich. Diese Pakete funtionieren auf PC und Mac.
Für Griechisch: Greekkeys 2008; für Hebräisch: Society of Biblical Literature
Unglücklicherweise laufen trotz der offensichtlichen Vorteile von Unicode momentan noch beide Systeme nebeneinander, besonders unter Windows-Systemen. Doch im Sinne besserer Kompatibilität ist auf Unicode zu bestehen.
Textverarbeitung
Wenn Unicode aktiviert ist, müssen noch entsprechende Schriftarten installiert werden. Auf den meisten Computern finden sich solche schon vorinstalliert.
Auch im Internet kann Unicode benutzt werden. Dazu muss der Browser so eingestellt werden, dass er die Kodierung für Unicode erkennt. Gleichzeitig muss eine Unicode-Schriftart für die Anzeige eingestellt werden. Wenn Sie die folgenden Texte lesen können, funktioniert es bei Ihnen:
Βίβλος γενέσεως Ἰησοῦ Χριστοῦ υἱοῦ Δαυὶδ υἱοῦ Ἀβραάμ. (Matt 1,1)
בְּרֵאשִׁ֖ית בָּרָ֣א אֱלֹהִ֑ים אֵ֥ת הַשָּׁמַ֖יִם וְאֵ֥ת הָאָֽרֶץ׃ (Gen 1,1)
Die üblichen Bibelprogramme sind inzwischen Unicode-tauglich: Alle können originalsprachliche Texte in Unicode kopieren.
Textverarbeitung unter Windows
Microsoft Word unterstützt Unicode und arbeitet eng mit dem an der Universität erhältlichen Literaturverwaltungsprogramm Endnote und Citavi zusammen. Endnote und Citavi sind ebenfalls Unicode-kompatibel und können daher auch mit griechischen oder hebräischen Titeln umgehen.
Empfehlenswert sind auch die verschiedenen Inkarnationen von OpenOffice, Papyrus, und viele andere Programme. Bitte achten Sie aber immer auf die Verwendbarkeit mit Unicode. WordPerfect ist nicht unicode-tauglich.
Textverarbeitung auf dem Mac
Unter OS X haben MSWord und Pages Probleme mit dem Hebräischen. Word kommt mit der Schreibrichtung des Hebräischen nicht zurecht. Pages kann zwar Hebräischen Text korrekt anzeigen und einfügen, doch ist die Bearbeitung oder das selbstständige Schreiben äußerst mühsam. Weder Word noch Pages sind also geeignet, will man mit Hebräisch arbeiten. In beiden Programmen bietet Griechisch keine Schwierigkeiten.
Zu empfehlen sind vor allem Nisus Writer Pro und Mellel. Beide Programme sind deutsch lokalisiert und liefern gute Ergebnisse. Mellel ist vom Funktionsumfang noch größer als Nisus und arbeitet nahtlos mit dem guten Literaturverwaltungsprogramm Bookends. Dafür erfordert Mellel allerdings auch eine größere Einarbeitungszeit, und die von Mellel produzierten Dokumente haben ein eigenes Dateiformat, das zum Austausch mit KollegInnen erst konvertiert werden muss. Nisus speichert im RTF-Format, einem der am weitesten verbreiteten Formate, dass von jedem Textverarbeitungsprogramm gelesen werden kann.
Auch die verschiedenen Iterationen von Open Office sind kompatibel.
Versenden von Dokumenten
Beim Versenden von Dokumenten zeigt sich einer der Vorteile von Unicode: Die Kodierung griechischer und hebräischer Zeichen ist schriftartunabhängig. Daher brauchen keine Schriftsätze eingebettet werden, und die Dateien bleiben unabhängig von der jeweiligen Computerkonfiguration oder Systemplattform. Außerdem bleibt die Größe der Dateien überschaubar.
