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Ausgehend von dieser gemeinsamen Basis erfolgt die Entwicklung von Indikatorensystemen in verschiedenen Teilbereichen (Landwirtschaftliche Produktion, regionale Vermarktung, regionale Produktverarbeitung, überregionale Vermarktung, Vernetzung mit Tourismus, Vernetzung mit Ökoenergiesektor, Vernetzung mit Natur- und Landschaftsschutz und regionale institutionelle Vernetzung). Während die Bereiche über die Erarbeitung der Mindestkriterien bereits definiert wurden, soll im Rahmen des Projektes zunächst ein allgemeiner Vorschlag erarbeitet werden der dann in den jeweiligen Regionen mit den Beteiligten konkretisiert wird. Die Entwicklung klarer, nachvollziehbarer und überprüfbarer Richtlinien für die Erstellung und Anwendung des Gesamtindikatorsatzes ist v.a. deshalb von großer Bedeutung, um Trittbrettfahrer am Bioregionskonzept zu vermeiden.
Bei der Auswahl der Partnerregionen stellt zunächst das Interesse der Region, bzw. der Initiativgruppe an der Mitarbeit eine wesentliche Grundvoraussetzung dar. Interesse an einer Zusammenarbeit wurde bereits fix von der Bioregion Murau, der Bio-Heuregion Trumer Seen und der Ökoregion Kalkalpen angemeldet. Diese Auswahl zeigt bereits eine gewisse Bandbreite auf. Die ausgewählten Regionen gehen nicht nur von unterschiedlichen Ansätzen aus, sondern befinden sich auch in unterschiedlichen Stadien der Umsetzung. Eine weitere Region wird noch so ausgewählt, dass sich eine möglichst hohe Variationsbreite in der Ausgangslage ergibt. Als Grundlage dazu wird die vorläufige Typologie der Bioregionen (Schermer 2003) herangezogen. Zudem wird auf die regionale Streuung und unterschiedliche Kulturlandschaftstypen Rücksicht genommen.
In jeder Region werden Start-Workshops durchgeführt um den Rahmen des Projektes mit den relevanten Akteuren gemeinsam abzustecken. Im Anschluss daran werden gemeinsam mit den regionalen Stakeholders Basisdaten nach dem bereits ausgearbeiteten Set der Mindestkriterien erhoben. Neben der Auswertung bestehenden Datenmaterials sind selektiv auch verfeinernde Geländeerhebungen vorgesehen.
Dies bietet:
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eine Einordnung der Region in den österreichischen Durchschnitt (Benchmarking)
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eine Übersicht über die Stärken / Schwächen einer Region
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die Erhebung bietet in der Folge die Grundlage für die Erarbeitung von Maßnahmenplänen und einem Monitoringprozess.
Auch dieser Prozess wurde bereits über die genannte Projektgruppe begonnen. Aufgabe des Projektes wird es sein, den Prozess weiterzubegleiten auf alle teilnehmenden Regionen auszuweiten und überall gültige und übertragbare Indikatoren zu identifizieren. Zudem ist die Messbarkeit der einzelnen Indikatoren noch weiter zu verbessern.
Abschätzung der Synergiepotenziale
In Österreich gibt es eine Vielzahl regionaler Gebietskulissen, die in unterschiedlichen Ausprägungen den Rahmen für Regionalentwicklungsprogramme bilden. Angefangen von den unterschiedlichen Kategorien naturschutzfachlicher Schutzgebietskategorien (Nationalparks, Naturparks, Natura 2000 Gebiete, Biosphärenreservaten), primär regionalwirtschaftlichen Abgrenzungen wie den EU-Regionalentwicklungsprogrammen, Leader oder Interreg Regionen und anderen nationalen/regionalen Regionalentwicklungsgebieten (z.B. Lesachtal in Kärnten), über Gebietskulissen im Rahmen der Förderungen „Ländlicher Raum (1257/99) bis hin zu zukünftigen Regionsabgrenzungen wie GVO-freien Regionen oder den Almwirtschaftsregionen (Alp-Austria). Bio-Regionen als Instrumente einer nachhaltigen, endogenen Regionalentwicklung können mit anderen Regionstypen bzw. mit den darin implementierten Zielsetzungen und Politikinstrumenten (Förderungsinstrumenten) in Wechselwirkung stehen. Bei der konkreten Umsetzung von Bio-Regionen (Ausrichtung, Zielkatalog, Leitbilderstellung, Auswahl der Instrumente etc.) ist es also wichtig, welche Synergiepotentiale bei welchen Kombinationen zu erwarten sind.Die Analysen zur Abschätzung von Synergiepotentialen von Bio-Regionen mit anderen regionalen Gebietskulissen wird in folgenden Schritten durchgeführt:
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Kartographische Erfassung wichtiger regionaler Gebietskulissen
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Darstellung der Profile verschiedener Regionalentwicklungsmodelle und der bestehenden Bio-Regionen
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Vergleichende Analyse bezüglich verschiedener Parameter wie den Zielsetzungen und den Leitbildern bezüglich der Gewichtung des Naturschutzes, der Landwirtschaft/ des biologischen Landbaues bzw. der Regionalwirtschaft.
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Weiters sollen die Unterschiede bzw. Parallelen bezüglich der Abgrenzungskriterien, des Flächenausmaßes, den gesetzliche Grundlagen, des Implementierungsprozesses, des Managements und der Finanzierung, den implementierten Auflagen, Ge- und Verbote (ökonomische, ökologische, qualitative, soziale Mindeststandards) und Förderungsinstrumenten untersucht werden.
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Darstellung und Bewertung der Kompatibilität und der Synergiepotentiale (Überlagerungseffekte verschiedener Gebietskulissen mit Bio-Regionen wie Synergiefelder (positive Verstärkung), Überschneidungen (Parallelen) oder Antagonismen (Gegensätze)
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Kartographische Darstellung der „Bio-Dichte“ (Bio-Quoten Betriebe, Fläche) in Österreich auf Gemeindeebene
Diese Abschätzung der Synergiepotenziale erfolgt zunächst durch das Projektteam in Form einer ex ante Abschätzung. Die Ergebnisse werden auch mittels GIS dargestellt und in Form von Karten aufbereitet. Die Entwicklung eines GIS Systems ist Voraussetzung für die Visualisierung der erhobenen und verwendeten Daten. Durch die Visualisierung wird es möglich, das Zusammentreffen wichtiger „Voraussetzungs-Parameter“ für Bioregionen, räumlich darzustellen. Welche Regionen sind aufgrund ihrer Voraussetzungen geeignet, welche weniger, welcher Handlungsbedarf ergibt sich daraus?
Sie dienen als Basis für die Nachjustierung des Modells sowie zur Konkretisierung von Umsetzungsstrategien für Bio-Regionen.
Basierend auf diesen Ergebnissen können zentrale Fragestellungen zu konkreten zukünftigen Umsetzungsstrategien entwickelt werden:
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Wo wäre die Implementierung neuer Bio-Regionen zielführend (Ausweisung potentieller Bio-Regionen)?
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Welche „Regionskombinationen“ wären sinnvoll’?
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Wie kann eine sinnvolle Kombination von Bio-Regionen mit verschiedenen Gebietskulissen aussehen (Bio-Region als Teil bestimmter Gebietskulissen oder als eigenständiger Rahmen für Bio-Entwicklung bzw. endogene Regionalentwicklung)?
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Welche typischen Implementierungsmuster (Zielfindung, Leitbilderstellung, Management, Auswahl der Instrumente) wären notwendig?
Aktion
Initiierung und Begleitung der Umsetzung in den ausgewählten „Pilotregionen“
In den ausgewählten Regionen werden, aufbauend auf dem allgemeinen Indikatorenset regionsspezifische Aspekte erarbeitet. In einem partizipativen Prozess werden gemeinsam mit den regionalen Stakeholders (Bioregionsinitiativen, Vertretern, relevanter anderer Wirtschaftssektoren, regionalen Entwicklungsagenturen, Naturschutz etc. je nach regionaler Problemlage) regionsspezifische
Entwicklungsziele, ein konkreter Maßnahmenkatalog und ein spezifischer Indikatorenraster für das Monitoring des Prozesses abgeleitet. Auch ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung der Maßnahmen wird gemeinsam erarbeitet. Dazu werden pro Region zumindest zwei Workshops (je nach bestehendem Entwicklungsstand) durchgeführt. Aufbauend darauf werden regelmäßig (voraussichtlich monatlich) Treffen mit dem Führungsgremium der Initiativen durchgeführt um den Prozess zu begleiten und zu unterstützen. Dabei wird auch auf die Übertragung von Erfahrungen von einer Region zur anderen (mit Test deren Übertragbarkeit) besonderer Wert gelegt. Zusätzlich zu diesen regionalen Treffen und Workshops nehmen die Regionsvertreter auch an den halbjährlichen Projekttreffen mit allen Kooperationspartnern teil. Da die Tagungsorte zwischen den Regionen wechseln, dienen diese auch zum Austausch der Erfahrungen und zur gegenseitigen Abstimmung.
Beobachtung
Monitoring des Prozesses
Während der nächsten Phase der Umsetzung bleibt das Projektteam mit den einzelnen Initiativen in regelmäßigen Kontakt. Besonderes Augenmerk wird bei der Betreuung auf die institutionelle Integration möglichst aller relevanten regionalen Stakeholders gelegt. Neben dieser Betreuung wird in dieser Phase ein Monitoringsystem entwickelt und eingeführt. Das Monitoring wird so aufgebaut dass es dazu dient die Erfahrungen in einer Region für die anderen nutzbar zu machen. Gleichzeitig macht dieser Prozess die Grenzen der Übertragbarkeit sichtbar. Den Initiativen wird dabei immer wieder ein unabhängiges Feedback durch das Projektteam gegeben. Die Instrumente des Monitorings werden so entwickelt, dass sie auch zur einer laufenden Selbstevaluierung ausgebaut werden können und nach Projekt selbständig weitergeführt werden können.
Reflexion
Evaluation des Prozesses- Aufbereitung der Ergebnisse
In dieser Projektphase werden die gesammelten Ergebnisse zunächst vom Projektteam aufgearbeitet und den regionalen Entscheidungsträgern jeweils in regionalen Workshops vorgestellt. Schließlich werden aus dem Vergleich der verschiedenen Regionen die gemeinsamen Elemente abgeleitet und daraus die eingangs erarbeiteten Mindestkriterien gemeinsamen Zielvorstellung präzisiert, sowie ein übertragbares (Selbst-) Monitoringsystem abgeleitet. Aus dem Prozess ergeben sich auch klarere Vorstellungen über tatsächlich erreichbare Synergien. Diese werden mit den ursprünglich gemachten Annahmen verglichen. Die gemeinsame Diskussion mit der externen Expertengruppe am Projekttreffen hilft zur Objektivierung der Ergebnisse.
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