Fellowships - Überblick
Das Projekt finanziert gegenwärtig fünf PhD-Stellen und zwei PostDoc-Stellen an der Schnittstelle Analytische Philosophie und Theologie.
Das gemeinsame Ziel dieser Stellen ist es, PhD-Studierenden und vielversprechenden promovierten jungen ForscherInnen die Möglichkeit zu geben hochwertige Forschung gemeinsam mit Kollegen zu betreiben, die an ähnlichen Projekten arbeiten. Die Kandidaten sind in einem stimulierenden Umfeld von regelmäßigen Gastvorlesungen, Workshops und weiteren Aktivitäten eingebettet. Des weiteren sind die KandidatInnen eingeladen, mit den Fakultätsmitgliedern zusammenzuarbeiten und von den zahlreichen Partnerinstitutionen und Forschungskooperationen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck zu profitieren.
Die PhD-KandidatInnen haben keine administrativen Aufgaben zu übernehmen und PostDoc-KandidatInnen sind von der Lehre befreit. Somit können sie sich mit ihrer gesamte Aufmerksamkeit ganz ihrem jeweiligen Forschungsprojekt widmen.
Unsere Kandidaten arbeiten an folgenden Projekten:
Marco Benasso:
Die grausame Natur und der Liebe Gott - eine Herausforderung für den
Theismus?
Dies Promotion stellt die Frage nach der Vereinbarkeitvon Evolutionstheorie und Theismus.
Insbesondere gehe ich auf das Problem ein, ob das Leiden von Tieren,
als inhärenter Bestandteil der natürlichen Entwicklung der Arten,
möglicherweise eine Verschärfung des Theodizeeproblems darstellt und
somit die rationale Rechtfertigung des Glaubens gefährdet.
Christian Feldbacher: Analogien
in wissenschaftlichen und theologischen Erklärungen
Analogien
kommt in wissenschaftlichen Erklärungen eine zentrale Rolle zu. Im
Rahmen des Forschungsprojektes werden zuerst einige allgemeine
wissenschaftstheoretische Untersuchungen zu Analogien und
Analogieschlüssen angestellt. Anschließend wird die Untersuchung
ausgeweitet um damit einige religionsphilosophische Probleme zu
lösen.
Adam Green: Kollektive Intelligenz in Wissenschaft und Religion
Das Projekt analysiert Kollektive Intelligenz. Eine Gruppe von
Individuen ist kollektiv intelligent, wenn die Informationsverarbeitung
der Gruppe größer ist als die Ansammlung dessen, was jedes Individuum
der Gruppe alleine leisten könnte. Das dabei gewonnene Modell wird anschließend auf die Wissenschaft und Religion angewendet, um Ähnlichkeiten
und Unterschiede zwischen beiden hinsichtlich Gruppendynamik zu
untersuchen.
Johannes Grössl: Der Offene Theismus, die Zeitlichkeit Gottes und die Vereinbarkeit von Gottes Vorsehung mit menschlicher Freiheit
Der
Offene Theismus bietet einerseits eine plausible Explikation der
christlichen Vorstellung eines liebenden und handelnden Gottes;
andererseits stellt er durch die Annahme eines zeitlichen Gottes und
einer offenen Zukunft eine vielversprechende Lösungsmöglichkeit für die
Vereinbarkeit von göttlicher Allwissenheit und menschlicher Freiheit
dar. In meiner Dissertation werden die wichtigsten Argumentationsgänge
des Offenen Theismus dargestellt und untersucht, wie dessen Anhänger auf
unterschiedliche Weise damit umgehen, dass eine offene Zukunft mit
einer sicheren Heilszusage Gottes für die Menschen unvereinbar
erscheint.
Lukas Kraus: Der Begriff der Grenze als Schlüssel zum Welt-Gott-Verhältnis
Innerweltliches zeichnet sich durch innere Differenzierung und Abgrenzung nach außen aus. Insbesondere Lebewesen sind wesentlich durch ihre Grenze zur Außenwelt bestimmt. Dagegen wird Gott als einfach, ewig und allgegenwärtig, also als in mehrfachem Sinne Grenzen-los beschrieben. Eine philosophische Diskussion des Begriffs der Grenze könnte Möglichkeiten aufzeigen, wie die Welt-Gott-Relation adäquater beschrieben werden kann.
Daniel Saudek: Eschatologie
in Naturwissenschaft und Theologie
Ziel dieses
Forschungsprojekts ist, naturwissenschaftliche und theologische Aussagen über
die Zukunft des Universums, sowie ihre jeweiligen epistemischen Grundlagen, vor
dem Hintergrund zweier Grundmodelle philosophischer Kosmologie zu untersuchen:
des deterministischen, zeitlich symmetrischen Laplace’schen Universums
einerseits und des indeterministischen, „offenen“ Popper’schen andererseits.
Patrick Todd: Göttliches Vorherwissen, die Philosophie der Zeit und die Metaphysik
der Abhängigkeit: Neue Zugänge zu einem alten Problem
Eine Möglichkeit, Argumente zugunsten der Unvereinbarkeit von göttlichem
Vorherwissen und menschlicher Freiheit zurückzuweisen, besteht darin,
auf die Erklärung dieser Verhältnisbestimmung hinzuweisen:
Gott wusste (bzw. war davon überzeugt), dass die menschliche Person die
freie Handlung (in der Zukunft) vollziehen wird, weil sie diese Handlung
tatsächlich vollziehen wird, und nicht umgekehrt. Gottes Wissen bzw.
Überzeugungen hängen somit wesentlich davon ab, was wir als freie
handelnde Personen tun.
Das allgemeine Thema meines Projekts besteht darin zu untersuchen, von
welcher Art dieser Abhängigkeitsbeziehung sein muss, und um obiges
Argument zurückzuweisen, und ob sich die Annahme nahelegt, dass Gottes
Wissen von unseren Handlungen entsprechend abhängen kann.


